KARUNAs Psychologin Philomela gibt regelmäßig Tipps zum häuslichen Umgang mit Kindern in der Corona-Krise - Podcasts und Texte hier:

https://cms.karuna-ev.de/tipps-von-psychologin-philomela/

 

Liebe Eltern,

 

mein Name ist Philomela Sandner, ich bin Diplom Psychologin, und arbeite für die renommierte Nichtregierungsorganisation KARUNA.

 

Mein Aufgabengebiet erstreckt sich dabei von der Einzeltherapie mit Kindern und Jugendlichen bis hin zur Beratung von Kollegen und Eltern. Als Psychologin möchte ich euch gern in dieser sehr ungewöhnlichen Zeit mit Tipps für eure Kinder und euren Familien begleiten .

 

Gerade viele Kinder sind verunsichert und es ist jetzt wichtig, dass wir als Erwachsene stabile und ruhige Bezugspersonen sind und unseren Kindern die Sicherheit vermitteln, die sie momentan brauchen.

Deshalb möchte ich auf zwei Zitate zurückgreifen und darauf hingehend Stellung beziehen.

 

Der Arzt Abdu Sharkawy sagt auf seinem Facebook-Account: „Temper fear with reason, panic with patience and uncertainty with education“ auf deutsch in etwa zügelt eure Angst mit Vernunft, eure Panik mit Geduld und eure Unsicherheit mit Bildung.

 

Informationsbezug

 

Was ist gerade jetzt vernünftig?
Vernünftig ist es, den Anweisungen der Regierung zu folgen. Menschenansammlungen zu meiden. Vernünftig ist es, ruhig zu bleiben und nachzudenken, bevor wir handeln. Es ist vernünftig, sich zu informieren. Und zwar umfassend und aus seriösen Quellen. Ich empfehle die Seite vom Robert-Koch-Institut, Interviews mit Spezialisten oder den NDR-Podcast mit dem Virologen Christian Drosten. Alles ruhige und sachliche Beiträge.
Lasst uns diese Quellen studieren und unseren Kindern ruhig und sachlich weitergeben. Lasst uns über die Auswirkung von Fakenews reden und diese recherchieren. Informationen sind in den Zeiten des Internets so vielfältig wie wir Menschen und es ist gerade für unsere Kinder sehr schwierig, die relevanten Informationen rauszufiltern.

 

Altruismus

 

Sharkawy sagt weiter: I'm scared about what message we are telling our kids when faced with a threat. Instead of reason, rationality, openmindedness and altruism, we are telling them to panic, be fearful, suspicious, reactionary and self-interested, in etwa: ich habe Angst davor, welche Message wir unseren Kindern weitergeben, wenn wir im Angesicht einer Bedrohung sie anstelle von Vernunft, Rationalität, Offenheit und Altruismus auffordern, in Panik zu geraten, ängstlich, misstrauisch, reaktionär und eigennützig zu sein.

 

Wir sollten daran denken, dass wir die Vorbilder unserer Kinder sind und es gerade jetzt wichtig ist, Empathie und Hilfsbereitschaft zu zeigen. Ideen hierfür sind zum Beispiel, Menschen, die gerade Hilfe benötigen, Hilfe anzubieten. Fragt Nachbarn, ob ihr mit für sie einkaufen gehen dürft. Fragt die älteren Nachbarn von nebenan, ob ihr ihren Hund ausführen sollt.

Sprecht mit euren Kindern darüber, wie ihr füreinander da sein könnt.


Transparenz

 

Ganz wichtig ist, dass wir jetzt offen und transparent mit unseren Kindern sprechen. Wir sollten über unsere Ängste und Sorgen  reden und zeigen, wie wir damit umgehen. Jeder von uns hat da eine andere Art und Weise. Die einen glauben an Gott und beten, die nächsten legen sich einen Essens-Vorrat an, die dritten wenden Mittel wie Klopfakkupressur oder Atemtechniken an, manche lenken sich ab oder informieren sich gegen die Angst. Genau darauf sollten wir den Fokus legen, nämlich unseren Kindern zu zeigen, wie man mit Angst umgehen kann. Dabei ist jeder Umgang mit der Angst, der keinem nächsten schadet erlaubt. Wichtig ist, dass wir unseren Kindern erklären WARUM wir etwas tun und sie auffordern, Strategien auszuprobieren und herauszufinden, was ihnen in dieser Zeit hilft, mit ihrer Angst umzugehen.

 

Wertschätzung und Respekt

 

Im Interview mit dem NDR sagte Dr. Christian Drosten in etwa: „Es ist keine Zeit für Vorwürfe und Rechthaberei.“. Ich finde ja, dass es diese Zeit sowieso niemals gibt. Aber gerade jetzt sollten wir unseren Kindern zeigen, dass wir mit Vorwürfen und Rechthaberei nicht weit kommen und besser aufgestellt sind, wenn wir Wertschätzung und Respekt zeigen. Zum Beispiel gegenüber unserer Regierung und den Politikern, über die man immer mal gerne schimpft, die aber momentan alles dran setzen, um uns Bürger zu schützen. Zum Beispiel gegenüber unserem Versorgungssystem, den Kassierern, die der Panik live ausgesetzt sind und die dafür sehr viel Anerkennung verdient haben. Auch ich bin sehr verleitet dazu, immer wieder den Kopf zu schütteln und zu sagen „wusste ichs doch“, gerade wenn es um medizinisches Personal oder Krankenhaus-Verordnungen geht, die jetzt fehlen aber vorher gekürzt wurden. Aber es ist in der momentan Phase nicht hilfreich, sich darauf zu konzentrieren. Stattdessen ist es wichtig, auch der Regierung diese Fehler zu verzeihen und sie dafür anzuerkennen was sie jetzt leistet, genau so, wie wir es mit unseren Kindern auch tun. Und das ist auch eine wichtige Lektion, die wir gerade zusammen mit unseren Kindern lernen.

 

Fokus auf das Positive

 

In jeder Krise, ob in einer persönlichen oder weltweiten wie jetzt, kann man sich entscheiden, worauf man den Fokus legt. Es ist unsere Entscheidung, ob wir jetzt bei jedem Ausbruch oder jedem Todesfall mehr Angst bekommen oder uns auf all das Positive konzentrieren, das durch den Corona-Virus entsteht. Und ich spreche nicht nur von der Entlastung der Natur, dem Rückgang der Luftverschmutzung in China oder der Rückkehr der Delfine in italienischen Häfen, sondern auch von den vielen Menschen die gerade kostenloses Lehrmaterial online anbieten, Musik spielen, sich gegenseitig unterstützen oder neue Programme aufstellen, um sich Mut zu machen. Als Aufgabe kann man sich also setzen, jeden Tag eine Sache zu suchen, die jemand für seine Mitmenschen geschaffen hat und jetzt geteilt wird.

 

Zeit für Beziehungen


Als letztes möchte ich gerne darauf hinweisen, dass ihr jetzt intensiv Zeit habt, euch um eure Beziehung zu euren Kindern zu kümmern und ich bitte euch sehr, diese auch zu nutzen! Damit meine ich, dass ihr ins Gespräch geht mit euren Kindern, dass ihr die Gesellschaftsspiele auspackt, dass ihr euer Homeoffice, wenn ihr im Homeoffice seid mit euren Kindern teilt. Das bedeutet, dass ihr eure Kinder dazu anleitet, sich selbstständig mit Dingen (zum Beispiel Schulaufgaben, Spiele und andere Inhalte) zu beschäftigen. Dies könnt ihr zum Beispiel mit Sanduhren oder Weckern üben, so dass ihr auch Zeit für eure Arbeit für eure Arbeit habt. Aber gemeinsam im Homeoffice sein heißt auch, dass ihr euch zusammen vornehmt, eure Beziehung zu pflegen und euch vielleicht nochmal anders kennen zu lernen. Werdet kreativ! Fangt an, miteinander zu malen, zu singen, zu basteln oder Spiele zu erfinden. Baut genügend Ruhepausen ein, die ihr gemeinsam besprecht und auch durchsetzt (zum Beispiel eine Mittagsruhe), auch oder vor allen Dingen wenn ihr vielleicht die Kinder eurer Freunde mit betreut. Und haltet wenn möglich bitte den Medienkonsum eurer Kinder auf einem Minimum. Greift auf Geschichten, Bücher und Hörbücher zurück.

Ich wünsche euch allen, dass auch ihr es schafft, mit positiver Kraft dieser Krise zu begegnen und unsere Kinder mit zu inspirieren und stark zu machen. Lasst uns Corona mit KARUNA (Mitgefühl) entgegentreten.

Eure Philomena

Liebe Besucher,
 

vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Schule!

Auf dieser Webseite finden Sie die wichtigsten Informationen zu unserem Konzept und unserem Umfeld sowie Organisatorisches.

 

Die Dynamik unseres Schullebens spiegelt sich auf unserer Elternplattform:

 

http://mgbb-eltern-ag.de/